China I Guilin I Reisterrassen I Red Flute Cave

Nachts mit dem Flugzeug gelandet. Wir gehen raus uns suchen uns ein Taxi, den der Shuttlebus fährt nicht mehr. Ein Taxifahrer winkt uns raus und wir fragen nach dem Preis. Wir haben gelesen, dass ein Taxi um die ca. 100Yuan in die Stadt kosten wird. Man nennt uns den Preis von 120Yuan und wir verdrehen erst mal die Augen. Klar man will ja irgendwie eine Verhandlungsbasis haben. Also nach kurzer Diskussion einigen wir uns auf 100Yuan. Wir sind happy. Der Mann winkt einen Taxifahrer raus, denn anscheinend war das nur der Vermittler, der hier die ganzen Taxis vermittelt. Also gehen wir mit dem eigentlichen Taxifahrer mit. Sein Taxi ist weit weg abgestellt und wir vermuten einfach, dass er schon Feierabend hat. Um nicht mit dem leeren Taxi nach Hause zu fahren, warten die wahrscheinlich auf so eine Gelegenheit. Als wir im Taxi sitzen, klingelte das Telefon von dem Taxifahrer, er hebt ab und gibt uns den Hörer. Am Telefon erklärt er mir, dass unser Taxifahrer unser Hotel nicht kennt und dass er uns zu einem anderen Hotel fährt. So etwas haben wir ja noch nie gehört. Wir sind etwas auf 180. Dann soll er uns eben wieder zurückfahren und dann fahren wir mit einem anderen Taxi. Auf einmal ging alles wie am Schnürchen, dachten wir uns. Der Taxifahrer hat im Hotel angerufen, denn wir hatten die Buchungsbestätigung und die Telefonnummer vom Hotel. Das nette Mädchen am Telefon erklärte ihm, wo das Hotel liegt. Und schon wieder gibt er uns den Hörer. Das nette Mädchen teilt uns mit, dass der Preis 140Yuan ist. Nathalie ist schon wieder auf 180. Das darf doch wohl nicht wahr sein. Wir fahren irgend wo auf der Autobahn, nachts, weit und breit nichts. Nathalie versucht ihr freundlich zu erklären, dass wir eine Vereinbarung mit seinem Chef haben. Aber trotz ihres guten Englisch versteht sie mich nicht. Das Spiel geht weiter und ich reiche den Hörer wieder an den Fahrer. Er regt sich tierisch auf und Natalie kriegt wieder den Hörer zurück. Schließlich einigen wir uns am Telefon mit dem Mädchen auf 130Yuan. Es geht einfach ums Prinzip. Vielleicht zu deutsch. Aber so eine Verarsche haben wir einfach nicht erwartet.

In Guilin gibt es viele Sehenswürdigkeiten, jedoch wenn man die alle mitmachen würde, würde das Budget ziemlich schrumpfen. Deshalb entscheiden wir uns für 2 Sehenswürdigkeiten: mit der Seilbahn hoch in die Berge fahren und die Schilfrohrflötenhöhle besuchen. Für zwei Tage Guilin müsste das schon reichen. Das Wetter war an beiden Tagen wunderschön. In die Berge hoch zufahren war unbeschreiblich. Und als wir oben auf dem Berg standen, konnte man viele Hügelige Landschaften sehen, die nach hinten Berg für Berg immer blasser wurden. Die Berge in Guilin sind nicht einfach nur Berge, wie man sich z.B. die Alpen vorstellt, sondern sie haben eine andere Formation, als ob jeder Berg für sich steht. Am nächsten Tag sind wir zu der Höhle gefahren. So etwas haben wir in Realität noch nicht gesehen. Die Höhle war sehr schön. Mit vielen Farben beleuchtet. Man kann immer mit einer Anzahl von Menschen reingehen und muss möglichst in der Gruppe bleiben. Haben wir natürlich nicht gemacht, weil das zu schnell für uns ging. Wenn wir schon mal da sind wollten wir uns alles ganz genau anschauen. Unsere Gruppe ist weitergegangen und dann haben wir gemerkt warum man in der Gruppe bleiben sollte. Nach ne Zeit wird die bunte Beleuchtung ausgemacht und man steht im Dunkeln da. Aber das ist nicht so schlimm, wenn man so eine Höhle besucht, sollte man unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen. So kann man die Stalaktiten von ihrer wahren Schönheit bewundern. Es ist etwas kühl und feucht in der Höhle, jedoch für uns ziemlich angenehm im Vergleich zu den Temperaturen draußen. Es sind sehr viele Touristen hier, schätzungsweise 90% der Chinesischen Touristen. Schade fanden wir nur, dass die Chinesen, sogar in so einer Höhle ihren Mühl hinterlassen und nicht mitnehmen und entsprechend entsorgen. An einigen Stellen lagen Plastikflaschen und anderer Mühl. Das scheint wohl für die Chinesen ganz normal zu sein.


In Yangshou haben wir gemerkt, dass wir diese Gegend nicht verlassen können ohne die Reisterrassen gesehen zu haben. Also haben wir beschlossen nach Guilin mit dem Bus (ca. 1,5 St für 18Y) zurückzureisen. Von Guilin aus haben wir vom Hostel aus eine Tour zu den Reisterrassen gebucht. Eine Tour dieser Art kostet 220Yuan/Person inklusive 100Y Eintritt. Zu den Reisterrassen fährt man ungefähr 3 Stunden. Die Tour auf eigene Faust zu organisieren wäre nicht viel billiger geworden. 100Yuan Eintritt + 100Y Zugfahrt hin und zurück + 35Yuan Bus zu den Reisterrassen. In den Bus Eingestiegen, waren wir die einzigen Europäer. Der Bus war voll von den chinesischen Touristen, also war auch die ganze Busfahrt auf Chinesisch. Der Tourgide war jedoch sehr zuvorkommen und hat für uns 2 die ganzen Geschichten in kurzer Fassung auf Englisch erzählt. Bei dieser Tour haben wir zwei Dörfer besucht und die Reisterrassen. Unten am Parkplatz warten schon die einheimischen Männer mit Ihren Tragen um die faulen Leute hochzutragen. Was so was kostet wissen wir nicht. War halt nur lustig anzusehen. Der Aufstieg ging durch einen geschwungenen Pfad mit einem bezaubernden Ausblick auf die Reisterrassen. In dem ersten Dorf haben die chinesischen Touristen Pause gemacht und haben sich in einem Restaurant niedergelassen. Wir wollten jedoch keine Zeit verschwenden und sind direkt zum 2ten Dorf weitergelaufen. Der Nachteil von solchen Touren ist immer die vorgeschriebene Zeit vor Ort. Wir hatten leider nur 3 Stunden Aufenthalt. Durch die gesparte Pause hatten wir somit 40 Minuten mehr. An dem Restaurant wo sich die Chinesen niedergelassen haben, haben die Frauen eine Spezialität des Dorfes vorbereitet. Ein ausgetrocknetes Bambusstock, etwa 6-7cm im Durchmesser, vollgestopft mit Reis und Gemüse, oder einfach nur mit Fleisch. Der Stock wird in das heiße Feuer hineingelegt und so gegart. Im Nächsten Dorf angekommen, wirkt alles sehr ruhig, als ob das Dorf halb ausgestorben war. Wahrscheinlich gehen die meisten chinesischen Touristen nach der Pause nicht weiter. Das Dorf ist komplett aus hölzernen Häuschen. Schade fanden wir es nur, dass diese Tradition nicht weiter beibehalten wird. In dem Dorf haben die Einheimischen angefangen, die Gasthäuser aus Beton zu bauen und das zerstört die ganze Atmosphäre. In einem Restaurant aus Holz mit einem sehr schönen Ausblick auf das Dorf, haben wir uns die Bambusspezialität gegönnt. Teuer war das nicht, ein Bambusstock kostet um die 18Yuan. Allerdings vom Geschmack waren wir etwas enttäuscht. Wir haben uns ein Stock mit Reis und Gemüse bestellt. Vom Geschmack her war das eine klebrige Reismasse, die etwas nach Holz und Feuer geschmeckt hat. Es fehlte leider die Würze. Wir hatten noch Glück, dass wir zu dieser Zeit die Reisterrassen besucht haben. 2 Wochen später werden die Felder geerntet und übrig bleiben nur kahl rasierte Felder. Momentan haben die Felder eine sehr schöne saftige grün bis grün-gelbe Farbe. Es gab noch ein drittes Dorf unten am Fluss im Tal. Jedoch die Zeit war zu knapp um es zu besuchen. Sicherlich wenn man auf eigene Faust gereist hätte, könnte man im Dorf zur Übernachtung bleiben und am nächsten Tag das dritte Dorf erkunden. Im 2. Dorf gibt es genug Unterkünfte. Unten am Fluss wohnen die Frauen mit den langen Haaren. Als Wir zurück zum Bus gehen treffen wir auf solche Frauen in traditioneller Kleidung. Die Haare sind auf dem Kopf zu einem Art „Donat“ zusammengesteckt. Für 10Yuan kann man ein Foto mit den Frauen machen lassen. Ein Europäisches älteres Pärchen beschließt ein Foto zu machen. Die bezahlen die 10 Yuan und was wir dann zu sehen bekommen ist eine Verarsche des Tages. Die Frauen holen den „Har-Donat“ vom Kopf und da sehen wir, dass es nur ein Facke ist. Es ist ein langer Haar-Buschel mit einem Haargummi festgehalten. Die eigentlichen Haare gehen nicht bis zum Boden, sondern nur bis zur Taille. Das Haarbüschel befestigen die dann unter dem eigentlichen Haar so dass es aussieht als ob die so lange Haare hätten. Der blonden Frau haben die für ein anderes Foto das schwarze Haarbüschel an den Kopf gehalten. Nach ein paar Fotos haben die Frauen die Haare wieder zusammen gerollt und auf dem Kopf wieder befestigt. Zurück zum Bus nehmen wir den anderen Weg als Abstieg und gelangen dabei auf eine „Touristen-Straße“ Nah beieinander stehen die Verkaufsstände mit allem Möglichen Krimis Kram. An den Aussichtspunkten kann man sogar für 10Yuan in die traditionelle Kleidung schlüpfen um ein paar Fotos zu machen. Chinesen geben wirklich für alles Mögliche Geld aus. Für uns war das einfach nur lustig anzusehen. Für ein Foto zum Vorzeigen in der Heimat wird alles Mögliche gemacht. Die Aussichtspunkte sind sehr schön, jedoch zu voll, all die Touristen und die Verkaufsstände. Auf dem Weg nach unten kommen uns einheimische Frauen. Auf dem Rücken sind riesige geflochtene Körbe befestigt. Mit diesen Körben wird alles zu den Dörfern nach oben transportiert, sogar die schweren Koffer von den Touristen, die im 2ten Dorf übernachten möchten. Und ehrlich gesagt müssen wir uns für die Europäer schämen. Da ist eine alte Frau die deinen schweren Koffer nach oben trägt und die jungen Leute gehen einfach ohne alles hinterher. Dieser Anblick geht einem einfach nicht aus dem Kopf. Wir müssen uns leider beeilen, nichts desto trotz kommen wir 15 min. zu spät. Deutsche Pünktlichkeit lässt grüßen. All die Chinesen sitzen schon im Bus und warten. Die 3 Stunden und 40 Minuten sind definitiv zu wenig.

Zur Info: 1€ = 8 Yuan (Stand: September 2014)

Falls du andere Erfahrungen in Guilin gemacht hast oder andere interessante Orte bzw. Aktivitäten kennst, scheue es nicht hier deine Meinung unter “Kommentare” zu hinterlassen.


 

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