Laos I Nong Khiaw I Muang Ngoi I Dschungeltrek

Eigentlich wollten wir den Bus um 11 Uhr nehmen. Dafür waren wir extra eine Stunde vorher am Busbahnhof da. Leider wurde uns mitgeteilt, dass der Bus, ein Minivan bereits vor 10 Minuten abgefahren ist und der nächste erst um 14 Uhr losfährt. Na geil dachten wir uns, jetzt hier 4 Stunden rumsitzen. In Laos ist es nämlich so, wenn der Bus voll ist, dann fährt er auch los, logisch irgendwo. Leider ist unser Minivan erst nach 15 Uhr abgefahren. Was für eine vergeudete Zeit in der brüllenden Hitze. Aber der Weg ist das Ziel und so ging es für 40.000 Kip in das kleine Dörfchen Nong Khiaw. Spät abends angekommen, waren wir positiv überrascht, von dem kleinen schnuckeligen Dörfchen. Die eine Hauptstraße mit all seinen Unterkünften kann man in ca. 20 Minuten durchlaufen. Die meisten Unterkünfte befinden sich jedoch in der Nähe der neuen Betonbrücke, bzw. man muss über die Brücke auf die andere Seite gehen. Die meisten Zimmer sind zu einem Preis um die 60.000 – 80.000 Kip pro Doppelzimmer mit eigenem Bad und heißer Dusche zu haben. Viele kleine Restaurants befinden sich in der unmittelbaren Nähe. Die alleinstehende einheimische Restaurants ohne das Gasthaus sind vom Essen her schmackhafter und viel billiger.

Wer etwas Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, ist in Nong Khiaw genau richtig. Hier kann man mit Sicherheit ein oder 2 Bücher schreiben, so wunderbar und inspirierend ist hier die gebirgige Landschaft.

Wer jedoch etwas Action sucht, muss unbedingt einen Dschungeltreck mit machen. Bei unserer Ankunft in Nong Khiaw, haben wir hier unsere 2 französische Freunde Tibo und Olivier vom Thakek Loop getroffen. Sie hatten noch 3 junge Französinnen im Gepäck. Nicht schlecht, nicht schlecht. Gar nicht mal so schlechter Fang : ) Wir haben uns so riesig gefreut sie wieder zu sehen, da die beiden sehr lustige und bodenständige Jungs sind. Sie waren auf der Suche nach 2 Leuten um den Dschungeltreck zu machen. Für 5 Leute kostet der Treck 2 Tage/1Nacht 60$/Person und für 7 Leute 50$/Person. So sollte es der Zufall sein. Am nächsten Tag haben wir gemeinsam den Dschungeltreck gestartet. Es ist noch ein Mädel, wie soll es auch anders sein ebenfalls aus Frankreich, dazu gestoßen. Klara heißt sie und wie es sich später herausgestellt hat, ist sie zur Hälfte Deutsch und konnte dementsprechend beide Sprachen fließend. Wir waren eine lustige Truppe im Alter zwischen 20 und 36 und unser Gide MR. „BIG“, war sehr lustig und kompetent zu gleich. Er hat uns während unseren Trecks immer wieder etwas über den Wald und die Pflanzen erzählt. Man würde meinen so einen Dschungeltreck ist besser mit so wenigen Leuten wie möglich zu machen. Klar wenn man etwas Ruhe sucht und alleine sein möchte, ist es sicherlich nachvollziehbar, doch wir würden sagen, wenn die Chemie stimmt, ist es viel lustiger und aufregender in einer kleinen Gruppe zu trecken. Der Dschungel war wunderschön, mit all seinen großen Bäumen und seinen saftig grünen Blättern. Das lästigste dabei waren die Blutegel. Alex und Tibo hatten eine Wette am Laufen, wer am meisten Blutegel abbekommt. Tibo hat gewonnen. Daher ist es sehr ratsam lange Hosen und am besten auch ein Shirt mit langen Armen anzuziehen. Wir hatten noch Glück, dass es nicht so viele gab, da wir noch nicht in der Regensaison waren. Unsere Mittagspause haben wir mitten im Dschungel bei „Mama“ gemacht. So nennen wir das erst einmal. Mitten im Urwald, gab es eine kahle Stelle, wo nur eine Familie lebte. Ein Bambus-Haus, ein paar Hühner, 3 Schweine, 5 Kühe und ein Kätzchen zum Kuscheln. Das war einfach unglaublich, dass man hier mit einfachen Mitteln überleben kann. Für uns Städtler ist es erst einmal nicht nachvollziehbar. Gut gestärkt mit Sticky Reis, Bambussalat, ein paar geschnittene Würstchen und Banane zum Nachtisch ging es weiter den steilen Berg hinauf. Verschwitzt und durstig sind wir in dem nächsten kleinen Dorf angekommen. Mit ca. 10 Bambushäuschen sah das Dorf richtig gemütlich aus. Eines der Häuser, hat sich auf solche Dschungeltreckler eingestellt und hat somit kühles Bier und Cola verkauft. Noch nie hat eine Cola so gut geschmeckt. Viele der Frauen weben hier noch traditionelle Stoffe noch in mühsamer Handarbeit auf einer Webmaschine. Das ist einfach unglaublich welch schwierige Muster sie dabei hinkriegen. Astrid hatte eine wunderbare Idee. Im Dorf gab es ein paar Kinder und diese sind natürlich auch zu uns gekommen. Sie hatte ein paar Filzstifte und Papier mitgebracht. Mein Gott die Freude der Kinder bleibt uns immer im Gedächtnis. Zuerst wussten sie nicht wirklich was damit anzufangen. Nathalie hatte, dann einem der Mädchen eine Blume auf das Blatt gemalt und schon ging das Malen los. Die anderen Kinder haben versucht die Blume nachzumalen, oder haben Häuser und Bäume gemalt. Ein sehr gutes Gefühl. Beim nächsten Treck denken wir daran, so etwas Mal mitzubringen. Wir sind alle sichtlich erschöpft, doch wir wollen noch zu einem Wasserfall, bevor es in unseren Nacht – Kamp ins nächste Dorf weitergeht. Eine Stunde lang geht es noch mal im Dschungel rauf und runter, dem Wasser entlang. Auf den glatten Steinen, klettern wir die kleinen Wasserfälle hoch, bis wir schließlich bei dem besagten Wasserfall ankommen. Tja das hätten wir nach all den Strapazen nicht gedacht. Enttäuschung pur. In dem „swimming pool“ kann man leider nicht baden, man kann sich zur Erfrischung ins Wasser reinlegen. Keine Regensaison, kein Wasser! Der Wasserfall ist sehr klein, doch man kann ihn als eine Massage benutzen, was einige von uns auch machen. Bei einigen von uns ist bereits das Wasser ausgegangen, doch wir müssen noch ca. 2 Stunden bis zu dem Dorf laufen. Aus dem Dschungel rausgekommen, wird es langsam dunkel, doch die befahrbare, sandig – rote Straße zum Dorf ist klar definiert. Bis zum Dorf sind es noch ca. 30 Minuten Fußmarsch und zur endgültigen Krönung hat es angefangen zu regnen. Jedoch sobald wir das Dorf erreichen, hat es aufgehört zu regnen. Völlig verschwitzt und nass vom Regen, stellen wir uns eins nach dem anderen unter die kalte Dusche. Na ja bei einigen von uns eher eine Katzenwäsche. Heißer Tee und Kaffee haben jedoch sehr gut getan. Nach gemeinschaftlichem Abendessen fallen alle Tod müde ins Bett.

Am nächsten Morgen, steht das Dorf im sanften Nebel. Es sieht so ruhig und mystisch zu gleich aus. Das Dorf scheint leer zu sein. Nur ein paar Frauen und kleine Kinder. Ist ja auch klar 8:00 Uhr ist schon so gut wie Mittagszeit für die Bewohner. Alle Männer sind schon seit längerem rausgegangen zum Arbeiten, aufs Feld, Fischen was auch immer. Ein kleiner Spaziergang durch das Dorf zeigt uns wie idyllisch die Menschen hier leben. Die Menschen kennen hier kein Mobbing, kein Haß, wer hat die schickeren Schuhe an oder wer hat das Neuste iPhone. Sie leben einfach von dem was sie erwirtschaften. Hier könnte man mit Sicherheit auch etwas länger bleiben, einfach mal um mit den Menschen und mit dem was sie haben Zeit zu verbringen und die Art dieses Lebens auszuprobieren. Die Menschen hier sind einfach alle so freundlich, lächeln und winken einem zu. Unsere Gastfamilie, verdient ihr Geld nicht nur mit solchen Treckern wie uns, sondern die Mutti näht auch die traditionelle Kleidung mit Ihren Händen und wo möglich finden sich ein paar Trecker, die diese schön gestickten Kleider abkaufen. Wir dürfen auch die wunderschönen Kleider selbst anprobieren und die füllen sich wirklich sehr gut an. Wie viel Arbeit wohl dahinter steckt? Für einen Rock mit all den Stickereien braucht eine Frau ca. 1 Monat um es herzustellen. Die gewebten Stoffe und die angenähten Perlen sind 100% Handarbeit. Und die Röcke sind so wunderschön. Nach einem leckeren Frühstück aus Sticky Reis, gebratenem Knofi-Kürbis und einem sehr leckeren Fisch geht es weiter. Wir kommen an einer Schule vorbei. Und da wird uns klar, wo all die großen Kinder abgeblieben sind. Es ist gerade eine Pause und alle Kinder sind draußen. Die Kinder tragen eine Uniform. Ein paar Mädchen spielen ein Spiel, welches Nathalie in der Kindheit und ebenfalls in der Schule immer gespielt hat. Man spannt ein Gummi an den Beinen von 2 Mädchen, die in einem ca. 2m Abstand stehen. Das dritte Mädchen springt dann in verschiedenen Disziplinen über das Seil. Wie sollte es auch anders sein, Nathalie kann es sich nicht verkneifen und springt mit den Mädels mit. Tja die Kindheit in Kasachstan war sehr schön und diese Erinnerungen möchte man nicht missen. Über Wassermelonenfelder gehen wir weiter durch den Dschungel und kommen schließlich an dem Fluß raus. Ein Boot holt uns ab und bringt uns in ein größeres, mehr touristisches Dörfchen namens Muang Ngoy. Das Dörfchen erinnert uns ein bisschen an die 4000 Inseln im Süden von Laos an der Grenze zu Kambodscha. Sehr ruhig und wunderschön. Ja so kann man leben. Hier besuchen wir eine wunderschöne Höhle. Eine Taschenlampe sollte man unbedingt mitnehmen. Der alte Mann, der am Eingang der Höhle sitzt, hat nicht für jeden eine Taschenlampe dabei. Die Höhle ist sehr schön und man kann tief reingehen. Wer Angst vor Fledermäusen und vor größeren Insekten hat, sollte lieber den Höhlenbesuch auslassen. Hier haben wir zum ersten Mal ein seltsames Insekt gesehen, schwer zu beschreiben. Es war ungefähr 20cm groß, eine Art Spinne, jedoch mit mindestens 20 Beinen und sehr schnell unterwegs. Puh das war schon nicht ohne. Da musste man wirklich in jede Ecke hin leuchten und gucken, dass dir so ein Fich nicht auf den Kopf fehlt. Nach dem Mittagessen haben wir uns Kayaks genommen und haben 4 Stunden in unser Dorf zurück gepaddelt. Das Wetter war sehr spielerisch. Mal Sonne, mal sind wir im Regen gepaddelt oder bei Sonne und Regen. Den Weg zurück zu kayaken war wunderschön und unter anderem das Beste was man hier machen kann. Der Fluß Ou ist umgeben von wunderschönen Bergen. An einigen Stellen des Flußes gib es Engstellen, so dass man hier „Beginner“ – Rafting machen kann. Macht unheimlich viel Spaß. Wir haben noch kein Rafting zuvor ausprobiert, aber jetzt werden wir beim nächsten Mal Rafting in Erwägung ziehen.

Der ganze Treck war ein wunderbares Erlebnis, mit so einer lustigen Mannschaft wie uns. Die 50$/Person waren eine bessere Investition als der Treck in Banlung in Kambodscha.

Und wenn man all das noch nicht genug hat, kann man am nächsten Tag zum Sonnenuntergang zum Aussichtspunkt gehen. Der Eintritt kostet 20.000 Kip und der Aufstieg ist hart und dauert ca. 1-1,5 Stunden. Unbedingt gute Schuhe (keine Flip Flops!!!), Licht und genügend Wasser mitnehmen, vielleicht auch ein Bier zur Belohnung, wenn man den Sonnenuntergang genießt. Der letzte Part ist sehr hart und die Steine sind sehr Spitz, daher gutes Schuhwerk. Oben gibt es eine wunderschöne Holzterrasse, wo man sich gemütlich machen kann. Die Aussicht auf das Dörfchen und den geschwungenen Fluss, wie diese in der geschützten Berglandschaft liegen, in dem warmen Licht der untergehenden Sonne, ist unbeschreiblich schön. Nach dem Sonnenuntergang ist es zwar noch nicht Stock dunkel, jedoch es wird ziemlich schnell dunkel und in dem Wald ist es bereits dunkel, daher ist eine Stirnlampe ein Muss.

In dem Dörfchen hätte man mit Sicherheit mehr Zeit verbringen können.

Zur Info: 1€ = 8.700 kip (Stand: März 2015)

Falls du andere Erfahrungen in Nong Khiaw oder Muang Ngoy gemacht hast oder andere interessante Orte bzw. Aktivitäten kennst, scheue dich nicht hier deine Meinung unter „Kommentare“ zu hinterlassen.


 

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